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Eine gerötete Stelle, eine Schwellung oder pochender Schmerz: Entzündungen können sich sehr unterschiedlich bemerkbar machen. Sie sind jedoch nicht grundsätzlich etwas Schlechtes. Zunächst handelt es sich um eine Schutzreaktion des Körpers, mit der das Immunsystem auf Verletzungen, Krankheitserreger oder andere schädigende Reize antwortet.
Problematisch wird eine Entzündung vor allem dann, wenn sie sehr stark ausfällt, nicht wieder abklingt oder sich gegen körpereigenes Gewebe richtet. Doch was geschieht dabei eigentlich im Körper?
Was passiert bei einer Entzündung?

Wird Gewebe verletzt oder gereizt, setzen die betroffenen Zellen verschiedene Botenstoffe frei. Diese erweitern die kleinen Blutgefäße und machen deren Wände durchlässiger. Dadurch gelangen mehr Flüssigkeit und Abwehrzellen in den betroffenen Bereich.
Die stärkere Durchblutung kann Rötung und Wärme verursachen. Durch die zusätzliche Flüssigkeit schwillt das Gewebe an. Gleichzeitig reagieren empfindliche Nervenenden auf Druck und Botenstoffe – die Stelle beginnt zu schmerzen.
So entsteht eine örtlich begrenzte Umgebung, in der das Immunsystem die Ursache bekämpfen, beschädigtes Gewebe beseitigen und die anschließende Reparatur vorbereiten kann.
Eine Entzündung ist nicht dasselbe wie eine Infektion

Die Begriffe Entzündung und Infektion werden häufig gleichgesetzt, bedeuten aber nicht dasselbe. Eine Infektion entsteht, wenn Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze in den Körper gelangen und sich dort vermehren. Der Körper kann darauf mit einer Entzündung reagieren.
Entzündungen können jedoch auch ohne Krankheitserreger entstehen – beispielsweise nach einer Verletzung, durch anhaltende mechanische Reizung, bei einer Allergie oder infolge einer Autoimmunerkrankung. Deshalb lässt sich allein anhand einer Rötung oder Schwellung noch nicht erkennen, was die Ursache ist.
Vereinfacht gesagt bezeichnet eine Infektion das Eindringen und Vermehren von Krankheitserregern, während eine Entzündung die Reaktion des Körpers auf einen schädigenden Reiz beschreibt. Eine Infektion kann also eine Entzündung auslösen, ist aber nur eine von mehreren möglichen Ursachen. Diese Unterscheidung ist auch für die Behandlung wichtig: Maßnahmen, die bei einer bakteriellen Infektion sinnvoll sein können, helfen nicht automatisch bei einer mechanischen Reizung oder einer fehlgeleiteten Immunreaktion.
Welche Zellen sind beteiligt?

An einer Entzündungsreaktion wirken zahlreiche Zellen und Botenstoffe mit. Zu den ersten Abwehrzellen am Ort des Geschehens gehören häufig neutrophile Granulozyten. Sie können eingedrungene Mikroorganismen aufnehmen und unschädlich machen.
Makrophagen werden oft als „Fresszellen“ bezeichnet. Sie beseitigen Erreger, Zellreste und beschädigtes Material. Zugleich senden sie Signale aus, mit denen weitere Abwehrzellen angefordert und die nächsten Schritte der Immunreaktion gesteuert werden.
Auch Lymphozyten sind beteiligt. B- und T-Zellen gehören zur gezielten Immunabwehr und können bestimmte Merkmale eines Erregers erkennen. Das Zusammenspiel ist deutlich komplexer als eine einfache Abfolge: Die beteiligten Zellen aktivieren, unterstützen und bremsen sich gegenseitig.
Akut oder chronisch – wo liegt der Unterschied?

Eine akute Entzündung beginnt meist innerhalb kurzer Zeit. Sie ist in der Regel zeitlich begrenzt und klingt wieder ab, sobald der Auslöser beseitigt und das beschädigte Gewebe repariert ist.
Von einer chronischen Entzündung spricht man, wenn die Reaktion über längere Zeit bestehen bleibt oder immer wieder aufflammt. Mögliche Ursachen sind anhaltende Reize, chronische Infektionen oder eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Bei Autoimmunerkrankungen richtet sich die Abwehr beispielsweise gegen Bestandteile des eigenen Körpers.
Eine dauerhafte Entzündung kann gesundes Gewebe beeinträchtigen. Deshalb sollten wiederkehrende oder anhaltende Beschwerden nicht lediglich unterdrückt, sondern medizinisch abgeklärt werden.
Entzündungen im Mund
Auch Zahnfleisch und Mundschleimhaut können mit einer Entzündung auf Belastungen reagieren. Häufige Auslöser sind bakterielle Zahnbeläge. Daneben können schlecht sitzende Prothesen, Zahnspangen, scharfe Zahnkanten oder kleine Verletzungen das empfindliche Gewebe reizen.
Mögliche Anzeichen sind gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch, Blutungen beim Zähneputzen, Druckempfindlichkeit, Schmerzen oder anhaltender Mundgeruch. Hinter solchen Beschwerden können unterschiedliche Ursachen stehen. Eine zuverlässige Beurteilung ist daher allein anhand des sichtbaren Erscheinungsbildes häufig nicht möglich.
Eine sorgfältige Mundhygiene ist wichtig, ersetzt bei anhaltenden Beschwerden aber keine zahnärztliche Untersuchung. Besonders deutliche Schwellungen, starke Schmerzen, Fieber, Schluckbeschwerden oder eine rasche Verschlechterung sollten zeitnah abgeklärt werden.
Wie werden Entzündungen behandelt?

Die Behandlung richtet sich immer nach Ursache, Ort und Ausmaß der Entzündung. Je nach Situation können Schonung, Kühlung, eine sorgfältige Reinigung, entzündungshemmende Medikamente oder eine gezielte ärztliche beziehungsweise zahnärztliche Behandlung sinnvoll sein.
Antibiotika helfen ausschließlich gegen Bakterien. Auch bei einer bakteriellen Infektion sind sie nicht automatisch in jedem Fall erforderlich. Ob ein Antibiotikum sinnvoll ist, muss medizinisch entschieden werden. Ausführliche Informationen zur richtigen Anwendung stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf Infektionsschutz.de bereit.
Von pauschalen Behandlungsempfehlungen ist abzuraten. Was bei einer oberflächlichen Reizung hilfreich sein kann, ist bei einer tief liegenden Infektion oder einer chronischen Erkrankung möglicherweise ungeeignet.
Entzündung auf einen Blick
Eine Entzündung ist zunächst ein sinnvoller Schutz- und Reparaturmechanismus. Sie hilft dem Körper, auf Verletzungen, schädigende Reize und Krankheitserreger zu reagieren. Entscheidend ist jedoch, dass die Reaktion wieder zur Ruhe kommt.
Anhaltende, wiederkehrende oder ungewöhnlich starke Beschwerden sollten deshalb untersucht werden. Das gilt auch im Mund: Früh erkannt und gezielt behandelt, lassen sich viele Ursachen gut in den Griff bekommen.
Ergänzende Pflege für gereiztes Zahnfleisch
Ist das Zahnfleisch oder die Mundschleimhaut gereizt und besonders empfindlich, kann eine gezielte kosmetische Pflege das beanspruchte Gewebe unterstützen.
Die NATRUE-zertifizierte Conaskin Tinktur enthält Manuka-Honig MGO 400+ und eignet sich beispielsweise zur Pflege bei mechanischen Reizungen durch Zahnspangen oder Prothesen.